Planetenparaden

Was ist eine Planetenparade und was macht sie so spektakulär? Vorweg: Bei einer Planetenparade sieht man einfach nur ein paar helle Pünktchen am Himmel. Doch gleichzeitig gibt sie faszinierende Einblicke in die Mechanik des Sonnensystems und macht uns bewusst, dass wir auf einem kleinen Staubkörnchen im All leben.


Rückblick: Juni 2022 

Hier eine Simulation, wie der Himmel am 24. Juni 2022 früh morgens aussah – Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn in einem perfekten Bogen. Und dazu noch der Mond zwischen Venus und Mars. Das war ein Musterbeispiel für eine Planetenparade. Ich erinnere mich gern an diesen Tag zurück. Das Wetter war perfekt. 😃

Parade im Juni 2022

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

So schön dieser Anblick war – was fällt an dem obigen Bild auf? Auf jeden Fall, dass die Sonne nur ganz knapp unter dem Horizont steht. Das ist eins der ⁠ ⁠»⁠ ⁠Probleme⁠ ⁠«⁠ ⁠ mit den Planetenparaden: Sie finden immer kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang statt. Warum?

Die Planeten Merkur und Venus sind die Planeten unseres Sonnensystems, die einen engeren Orbit um die Sonne haben als die Erde. Sie stehen aus unserer Perspektive immer nah bei der Sonne, weil wir von außen Richtung inneres Sonnensystem schauen, wo sich Sonne, Merkur und Venus befinden. Aufgrund dieser Tatsache ist das Zeitfenster, in dem alle fünf hellen Planeten sichtbar sind (die zwei inneren und die drei äußeren), in jedem Fall sehr klein – um die 30 bis 60 Minuten.

Eine vollständige Planetenparade kann man nur alle paar Jahre erleben – und das dann auch nur für ein paar Minuten.


Was kommt: Februar 2026 

Ende Februar 2026 erwartet uns die nächste größere Parade der Planeten Saturn, Jupiter, Venus und Merkur.

Haben Sie aufmerksam mitgezählt? Diesmal sind es nur vier Planeten. Der Mars ist leider nicht mit dabei. Außerdem wird die ⁠ ⁠»⁠ ⁠Form⁠ ⁠«⁠ ⁠ der Parade nicht so perfekt sein wie im Juni 2022. Anstatt eines schönen Bogens, bilden Saturn, Merkur und Venus einen ⁠ ⁠»⁠ ⁠Cluster⁠ ⁠«⁠ ⁠, während Jupiter für sich steht. Was damit gemeint ist, sehen Sie auf den Bildern, die weiter unten folgen.

Die gleichzeitige Sichtbarkeit der vier Planeten erstreckt sich vom 24.02.2026 bis zum 01.03.2026 – jeweils während der Abenddämmerung.

Es folgen ein paar Simulationen, die sich auf den 26. Februar 2026 in der Region Frankfurt am Main beziehen.

18:15 Uhr

Es ist noch ziemlich hell. Die Sonne ist zwar bereits vor 10 Minuten untergegangen, doch insbesondere Merkur und Saturn sind möglicherweise noch zu lichtschwach, um deutlich hervorzutreten. Ein Fernglas kann helfen. Aber bringen Sie das Fernglas auf keinen Fall vor Sonnenuntergang zum Einsatz. Schwere Augenschäden drohen!

Parade im Februar 2026 um 18:15

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

18:30 Uhr

Der Himmel wird dunkler (gut) – gleichzeitig stehen Venus und Merkur immer tiefer (schlecht).

Parade im Februar 2026 um 18:30

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

18:45 Uhr

Der Himmel ist nochmal ein Stück dunkler (gut) – Venus und Merkur stehen nochmal ein Stück tiefer (schlecht).

Parade im Februar 2026 um 18:45

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

19:00 Uhr

Venus und Merkur stehen schon sehr tief. Wenn Sie sich jedoch ein richtig schön flaches Feld ohne Hindernisse wie Häuser, Strommasten oder Bäume gesucht haben, ist 19:00 Uhr vielleicht die ideale Zeit, um die Planetenparade zu beobachten. Auf der unten stehenden Simulation verschwindet die Venus allerdings bereits hinter einem virtuellen Baum.

Parade im Februar 2026 um 19:00

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

Fazit: Reservieren Sie sich Ende Februar 2026 die Stunde nach Sonnenuntergang, um den Himmel zu beobachten.


November 2026 

Gehen wir nun ein paar Monate weiter in die Zukunft. Vom 10.11.2026 bis zum 02.12.2026 sieht man die Planeten Jupiter, Mars, Venus und Merkur gemeinsam am Himmel stehen.

  • Diesmal ist der Mars wieder mit dabei
  • Dafür fehlt der Saturn
  • Sichtbarkeit während der Morgendämmerung
  • Der Abstand zwischen Merkur und Sonne ist größer als zuvor; deshalb ist die Zeitspanne, die man vor Sonnenaufgang für die Beobachtung der Parade Zeit hat, etwas großzügiger

Zum Bild: Jupiter und Mars (der rote Punkt) stehen so nah beieinander, dass die Beschriftung für den Mars auf dem Bild fehlt. Die Simulation zeigt den Himmel am 22. November 2026 um 6:30 Uhr in der Nähe von Frankfurt.

Parade im November 2026

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

Fazit: Der November könnte noch ein bisschen interessanter werden als der Februar 2026 


Jahr 2027: Fehlanzeige

Im Kalenderjahr 2027 wird es keine Parade mit vier oder gar fünf hellen Planeten geben. Vom 11.05.2027 bis zum 04.06.2027 gibt es lediglich eine Mini-Parade der Planeten Merkur, Mars und Jupiter.


Oktober 2028: Die nächste richtig große Parade

Die nächste richtig große Parade mit allen fünf hellen Planeten erwartet uns im Oktober 2028. Jupiter und Merkur stehen nah zusammen. Venus, Mars und Jupiter verteilen sich in einem Bogen über den Himmel. Der Mond spielt leider keine Rolle.

Sichtbarkeit: 17.10.2028 bis 29.10.2028 in der Morgendämmerung

Es folgt ein Bild vom 21. Oktober 2028 um 7:00 Uhr.

Parade im Oktober 2028

Bild erstellt mit Stellarium; veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0

Der Oktober 2028 bringt die nächste richtige Planetenparade mit allen fünf hellen Planeten. Freuen Sie sich drauf!


Verschaffen Sie sich einen detaillierten Überblick über anstehende besondere Planeten­konstellationen.

Die Zeitangaben in diesem Artikel gelten für die Region Frankfurt am Main (Mitteldeutschland).

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