M27 Hantelnebel
Nacht von Samstag, 09.05.2026, auf Sonntag, 10.05.2026
Ein fantasieanregendes Einsteigerobjekt
Der Hantelnebel, katalogisiert als Messier 27, ist einer der eindrucksvollsten planetarischen Nebel am Nordhimmel – also dem Himmelsbereich, den wir auf der Nordhalbkugel beobachten können – und ein ideales Objekt für Einsteigerinnen und Einsteiger. Er liegt im Sternbild Fuchs (Vulpecula) und ist wohl etwa 1200 Lichtjahre entfernt. Mit der entsprechenden Vergrößerung sieht man eine Hantel, eine Sanduhr oder einen Schmetterling – je nach Fantasie.
Eine Zeichnung aus dem Jahr 1856 – Quelle: Wikimedia Commons
Wie man M27 findet
M27 befindet sich zwischen den Sternbildern Pfeil (Sagitta) und Schwan (Cygnus). Wenn man sich die vogelartige Form des Sternbilds Schwan eingeprägt hat, kann man es gut am Himmel erkennen. Auch das in der Nähe befindliche Sternbild Leier (Lyra) ist von seiner Form her ziemlich eindeutig. Mit diesen drei Referenzpunkten im Sinn (Pfeil sowie insbesondere Schwan und Leier), kann man den Hantelnebel ganz gut anpeilen. Es folgt eine Auffindkarte:
Quelle: IAU and Sky & Telescope magazine (Roger Sinnott & Rick Fienberg) – siehe Wikimedia Commons
Was man sehen kann
Mit dem Fernglas: Im 10x50-Fernglas erscheint M27 als auffälliger, elliptischer Nebelfleck – deutlich größer als viele andere planetarische Nebel. Seine Helligkeit macht ihn zu einem der wenigen Nebel, die man theoretisch auch ohne Teleskop gut sehen könnte (allerdings nur bei idealen Bedingungen).
Mit dem Teleskop: In kleinen Teleskopen (70 mm) erkennt man die typische Hantelform, der der Nebel seinen Namen verdankt: zwei sich gegenüberliegende dichte Regionen, die durch eine dünne Brücke miteinander verbunden sind. Mit größerer Teleskopöffnung (200 mm) erkennt man die Übergänge besser und zarte Schleier sind auszumachen. In größeren Teleskopen ist auch der Zentralstern gut zu sehen.
Fotografisch: Mit längeren Belichtungszeiten werden die Farben sichtbar: intensive Grün- und Rottöne, die durch ionisierten Sauerstoff und Wasserstoff entstehen. Auf Fotos sieht man die wahren Ausmaße des Nebels. Er erstreckt sich über einen weitaus größeren Bereich, als man visuell erwartet. Der feine, strukturierte Halo kann auf Astrofotos gut abgelichtet werden.
Wissenschaftlicher Hintergrund
M27 ist ein klassischer planetarischer Nebel: Wahrscheinlich ein Stern in der Endphase seines Lebens, der seine äußere Atmosphäre abgestoßen hat. Der verbliebene Kern bringt das abgestoßene Gas zum Leuchten. Dieser Prozess läuft im Vergleich zu einer Supernova (Stern explodiert) wohl verhältnismäßig ruhig ab. Planetarische Nebel entstehen am Lebensende kleinerer bis mittlerer Sonnen (wie der unsrigen), wohingegen große Sterne in einer Supernova enden. Planetarische Nebel wie M27 existieren vermutlich nur vergleichsweise kurz – einige Zehntausend Jahre – bevor sie sich im interstellaren Raum auflösen. Soweit die gängige Theorie.
Trivia
- M27 war der erste planetarische Nebel, der entdeckt wurde (1764 durch Charles Messier).
- Manche erkennen in M27 die Form eines Apfelkerns, einer Hantel oder sogar eines Schmetterlings – je nach Teleskop und Fantasie.
- Der Nebel ist so hell, dass er auch unter leicht lichtverschmutztem Himmel noch gut sichtbar ist.
M27 ist ein ideales Objekt für erste Beobachtungsversuche.