M97 Eulennebel
Nacht von Montag, 11.05.2026, auf Dienstag, 12.05.2026
Die Rahmenbedingungen für die Beobachtung von M97 (Eulennebel) sind akzeptabel bis gut. Am besten beobachtbar ist M97 während der astronomischen Nacht und zwar 3 Stunden und 0 Minuten lang vom 11.05.2026 (Mo) um 23:45 Uhr bis zum 12.05.2026 (Di) um 02:45 Uhr. M97 ist hoch am Himmel im Nordwesten zu beobachten. Die maximale Horizonthöhe von M97 beträgt 68°.
Die Eule
Der Eulennebel ist zwar nicht so berühmt wie der Hantel- oder Ringnebel, gehört aber trotzdem zu den bekannteren planetarischen Nebeln. Die Fotos auf dieser Seite zeigen schön, warum der Eulennebel so heißt, wie er heißt. Achten Sie auf die dunklen Augen.
Doch wie der Nebel entstanden? Wahrscheinlich hat ein Stern, der so ähnlich beschaffen war wie unsere Sonne, vor etwa 6000 bis 10.000 Jahren seine äußere Hülle abgestoßen. Genau kann man das natürlich nicht sagen, schließlich war niemand von uns dabei. Beschäftigen wir uns deshalb lieber mit der Frage, was wir mit unserem Teleskop sehen können.
Wie man M97 findet
M97 – so die Katalognummer des Nebels – liegt im Sternbild Großer Bär. Wir kennen den Großen Bären eher als Großen Wagen. Genaugenommen ist der Große Wagen ein Teilbereich des Großen Bären. M97 befindet sich in der Nähe des Wagenkastens beim Stern rechts unten (Merak).
M108 liegt nicht sonderlich weit entfernt vom Eulennebel. Also zumindest von uns aus gesehen. Der Eulennebel gehört zu unserer Milchstraße, wohingegen M108 eine eigenständige Galaxie ist. M108 liegt also sehr weit hinter M97. Sie stehen von unserer Warte aus aber so nah beieinander, dass man sie – je nach Bildausschnitt – sogar gleichzeitig ins Visier nehmen kann.
Da » der große Bär « zirkumpolar ist, also immer über dem Horizont steht, ist auch » die kleine Eule « im Prinzip ganzjährig sichtbar, wenn die richtigen Beobachtungsbedingungen herrschen. Soll heißen: M97 ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden.
Was man sehen kann
Mit dem Fernglas: Mit einem normalen Fernglas kann man den Eulennebel realistischerweise nicht beobachten. Weit draußen auf dem Land, wo es sehr dunkel ist, erscheint er allenfalls als winziger Lichtfleck, der sich kaum vom Hintergrund abhebt.
Mit dem Teleskop: Im Teleskop sieht man eine kreisrunde Scheibe. Er ist und bleibt aber weitaus dunkler als der Ring- und der Hantelnebel. Um die dunkleren Bereiche, die die » Augen « bilden, zu erkennen, braucht man ein Teleskop mit mindestens 200 mm Öffnung plus gute Sichtbedingungen (ruhige Luft). Ein OIII-Filter erhöht den Kontrast zum Himmelshintergrund drastisch.
Fotografisch: Mit dem Auge am Teleskopokular sieht man keine Farben im Eulennebel. Auf Fotos hingegen (mit Langzeitbelichtung) wird das tiefe Blau-Grün des Nebels sichtbar. Das folgende Foto wurde mit 240 mm Brennweite geschossen.

Wissenschaftlicher Hintergrund
Wie kommen die Augen zustande? Astronomen gehen davon aus, dass der Nebel eigentlich » donutförmig « ist. Wir betrachten diese Struktur aus einem bestimmten Winkel. Regionen im Bereich der Pole des Ausstoßes sind gasärmer (weniger dicht) und erscheinen deshalb dunkler. Das Gas des Nebels breitet sich immer weiter aus. In 10.000 Jahren oder so wird sich das Gas so weit ausgedünnt haben, dass der Nebel nicht mehr leuchtet. Schade. Dafür werden in dieser Zeit wohl neue Nebel entstanden sein, die wir in der Ewigkeit beobachten dürfen. Was für ein Geschenk.
Trivia
- Den Namen erhielt der Nebel 1848 von Lord Rosse.
- Was seine physikalische Struktur angeht, ist M97 komplexer als die meisten anderen planetarischen Nebel.
- Er ist uns zwar relativ nah (ca. 2000 Lichtjahre), hat aber trotzdem eine geringe Flächenhelligkeit. Deshalb gehört er zu den visuell schwer zu beobachtenden Messier-Objekten.