HIGHLIGHTS IM JULI 2026
Warum sich das Wachbleiben lohnt
Die Nächte im Juli sind in Deutschland durchschnittlich 14 Grad warm. Das lädt grundsätzlich schon zum Verweilen im Freien ein. Eine Jacke und zusätzlich eine Decke sollte man trotzdem mitnehmen. Was erwartet uns am Sommerhimmel?
Beginnen wir unseren Monatsüberblick zunächst mit einem Planeten, den man den ganzen Juli hindurch bewundern kann. Im Anschluss wenden wir uns einigen Begegnungen zwischen Sternen, Planeten und dem Mond zu. Und zum Abschluss dann ein paar Worte über den Kometen des Juli.
Saturn: Star des Morgens
Freiäugig ✖️ Fernglas ✖️ Teleskop ✔️
Am frühen Morgen vor 5 Uhr kann man den Saturn beobachten. Er geht nach Mitternacht auf und steigt im Südosten bis auf 47 Grad in die Höhe. Die Ringe sind 9 Grad geöffnet und lassen sich durchs Teleskop gut beobachten.
Vor einem halben Jahr war Saturns Ringsystem mit einem Öffnungswinkel von 2 Grad noch nahezu in Kantenstellung und damit de facto unsichtbar. Verglichen mit diesem Tiefpunkt des 15-jährigen Ringintervalls gibt es jetzt wieder eine richtig gute Show durchs Teleskop.
Juli 2026:
Doch nicht nur für die Teleskopbeobachtung macht die Ringöffnung einen Unterschied. Auch die Gesamthelligkeit Saturns nimmt zu, je mehr er uns seine sonnenbeschienene Ringfläche zuneigt.
Der Saturn ist für die Teleskopbeobachtung momentan der Star des frühen Morgens. Das gilt den gesamten Juli hindurch.
Mars und Uranus: Bunte Begegnung am 4. Juli
Freiäugig ✖️ Fernglas ❔ Teleskop ✔️
In den frühen Morgenstunden des 4. Juli gegen 3:30 Uhr kommen sich unser Nachbarplanet Mars und der sehr weit entfernte und dadurch lichtschwache Planet Uranus nah. Zumindest aus unserer Perspektive. Der scheinbare Abstand am Himmel beträgt weniger als 0,2 Grad, also nur ungefähr ein Drittel des Vollmonddurchmessers. Man benötigt allerdings ein Teleskop, um diesen Anblick zu würdigen. Oder zumindest ein Fernglas.
Für die Uranus-Beobachtung ist der 4. Juli eigentlich nicht ideal. Unter normalen Umständen ist dieser Zeitpunkt aufgrund des Dämmerlichts keine Uranus-Beobachtungszeit. Dank der Nähe zum Mars, kann man den Uranus jedoch trotzdem im Okular ausmachen.
Wenn man nicht zu stark vergrößert, kann man beide Planeten gleichzeitig im Okular sehen. Der Mars leuchtet rot und Uranus blassgrün – eine bunte Begegnung.
Venus und Regulus: Ohne Teleskop am 9. Juli
Freiäugig ✔️ Fernglas ✖️ Teleskop ✔️
Fünf Tage nach der Mars-Uranus-Begegnung gibt es eine Begegnung zwischen dem Planeten Venus und dem Stern Regulus. Durchs Teleskop sind diese beiden Objekte zwar verhältnismäßig uninteressant, aber dafür sind beide so hell, dass man ihre Begegnung mit dem bloßen Auge sehen kann. Am Abend des 9. Juli gegen 22:30 Uhr stehen sie im Westen nur etwa 1 Grad voneinander entfernt. Das entspricht 2 Vollmonddurchmessern. Gegen 23 Uhr verschwindet das Duo jedoch bereits wieder hinter dem Horizont.
Wer doch ein Teleskop zur Hand hat, erkennt, dass die Venus ein Objekt des Sonnensystems ist, wohingegen Regulus ein normaler Stern ist. Die Venus wird nämlich seitlich von der Sonne beleuchtet. Sie hat eine Phasengestalt wie der Halb- oder Dreiviertelmond. Regulus hingegen ist eine perfekt punktförmige Lichtquelle – wie jeder Stern.
Aber was ist eigentlich so besonders daran? Es gibt doch viele eng zusammenstehende Sterne. Das stimmt. Aber die Sterne behalten ihre fixen Positionen immer bei. Die Venus wandert hingegen über den Himmel. Dass sie dabei einem so hellen Stern wie Regulus nah kommt, passiert nicht jeden Tag.
Wer keine optischen Hilfsmittel besitzt, kann am Abend des 9. Juli freiäugig bewundern, wie nah Venus und Regulus zusammenstehen.
Mond trifft Plejaden am 11. Juli
Freiäugig ✔️ Fernglas ✔️ Teleskop ✖️
Zwischen Mitternacht und 1 Uhr morgens am 11. Juli wandert der Mond durch die Plejaden hindurch und bedeckt (verdeckt) dabei die Sterne dieses offenen Sternhaufens. Dieser Anblick entgeht uns jedoch leider, weil dies nur weiter oben im Norden (Skandinavien) zu beobachten sein wird. Gegen 2 Uhr geht der Mond allerdings auch bei uns in Mitteleuropa auf und bis 3:30 Uhr morgens kann man beobachten, wie sich der Mond langsam von den Plejaden entfernt. Danach werden die Plejaden langsam vom Dämmerlicht überstrahlt.
» Goldener Henkel « am 24. Juli
Freiäugig ✖️ Fernglas ✔️ Teleskop ✔️
Den visuellen Effekt namens » Goldener Henkel « kann man rund sechsmal pro Jahr für jeweils wenige Stunden sehen. Am 24. Juli zwischen 21:30 Uhr und Mitternacht bietet sich eine solche Gelegenheit.
Könnt ihr euch noch nichts Konkretes darunter vorstellen? Oder wollt ihr weitere Hintergrundinformationen? Dann lest den folgenden Artikel, der auch eine Karte zu diesem Phänomen enthält.
Mehr Informationen: Hintergründe und Karte
Komet des Monats: 10P/Tempel 2
Freiäugig ✖️ Fernglas ✔️ Teleskop ✔️
Vom 4. Juli bis zum 29. Juli lässt sich durch ein Fernglas oder Teleskop der Komet 10P/Tempel 2 beobachten. Dieser Komet umkreist die Sonne alle 5,36 Jahre. Wegen dieser » krummen « Umlaufzeit befindet sich die Erde bei jedem Vorbeiflug des Kometen an der Sonne auf einem anderen Abschnitt ihrer eigenen Umlaufbahn um die Sonne. 2026 ist ein gutes Beobachtungsjahr, in dem sich Komet und Erde relativ nah sind.
Für den Kometen muss man mitten in der Nacht aufstehen (oder wach bleiben). Die besten Beobachtungszeitfenster für den Juli 2026 findet ihr in der Jahresübersicht auf der Kometenseite. Der Komet wird 7 mag hell. Wie bereits erwähnt, macht ihn das unter dunklem Himmel zu einem Fernglasobjekt.
In der zweiten Monatshälfte ist in Mitteldeutschland die Mitternachtsdämmerung wieder vorbei. Das heißt, es wird wieder richtig dunkel. In der Nacht vom 18. Juli beispielsweise (Samstag auf Sonntag) herrscht in der Region Frankfurt zwischen 1:00 Uhr und 2:30 Uhr maximale Dunkelheit. Der Komet steht in dieser Zeit rund 20 Grad über dem Horizont in Richtung Südsüdost. Schaut euch ruhig mal das Höhendiagramm für diesen Tag und andere Tage an.
Mehr Informationen: Zukünftige Kometen
Sonstiges
- Wie bereits der Juni, so gehört auch der Juli zur Hauptsaison für leuchtende Nachtwolken, abgekürzt NLC.
- Da es in der zweiten Julihälfte in Teilen Deutschlands wieder dunkel wird, lohnt sich dort auch die Beobachtung von Nebeln und Galaxien wieder. In nördlicheren Gegenden, wie Hannover, geht es jedoch erst im August wieder los. Und selbst im südlich gelegenen München sind die Nächte im Juli mit maximal drei Stunden Länge noch verhältnismäßig kurz. Einen Jahresüberblick über die Länge der echten Nacht in der eigenen Region findest du auf unserer Seite über dunkle Nächte.
Viel Spaß im Juli!
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